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Artikel · Wirtschaft vor Ort · 05.11.2026 · L'équipe FULLCNC

Wer wirklich sucht: Was 1'487 Inserate über den Stellenmarkt der Branche verraten

Zürich führt mit 280 Inseraten, und auf fünf CNC-Stellen kommen drei in der Instandhaltung. Nur: 93 Prozent unserer Inserate stammen von Agenturen, und das verzerrt das Bild kräftig.

Wir haben am 5. November unsere 1'487 Inserate ausgezählt. Nach Beruf liegt die CNC-Zerspanung mit 604 Inseraten vorn, das sind 41 Prozent. Dahinter folgen Instandhaltung mit 360, Konstruktion mit 113, Uhrmacherei mit 87, Qualität mit 59 und Decolletage mit 26.

Nach Kanton führt Zürich mit 280 Inseraten vor dem Aargau (149), Bern (111), St. Gallen (102), Neuenburg (99) und Luzern (95). Das häufigste Wort in den Titeln ist Servicetechniker (178 Mal), Automatiker kommt auf 124. Gesucht wird also nicht nur, wer Teile macht, sondern auch, wer Anlagen am Laufen hält.

Inserate pro hundert Firmen

Roh sagen diese Zahlen wenig, weil Zürich auch viele Firmen hat. Darum haben wir die Inserate durch die Einträge unserer Firmenbasis geteilt. Luzern und Freiburg kommen auf 39 Inserate pro 100 Einträge, Zürich auf 33, der Aargau auf 31. Der Jura liegt bei 21, St. Gallen bei 21, Neuenburg bei 13, Bern bei 12. Graubünden erreicht 60, aber mit nur 96 Einträgen.

Die Arc-Kantone haben also viele Firmen und im Verhältnis wenige Inserate. Das passt zur schwachen Lage dort, beweist sie aber nicht.

Warum das keine Statistik ist

Das ist unsere eigene Rechnung, keine offizielle Zahl. 1'381 Inserate kommen von Agenturen, nur 106 direkt von Arbeitgebern. Agenturen vermitteln oft auch temporäre Stellen, dieselbe Stelle kann mehrfach erscheinen, und der angegebene Ort kann näher bei der Agentur als beim Betrieb liegen. Viele grosse Arbeitgeber konnten wir gar nicht lesen, darunter mehrere grosse Uhrenhäuser. Die Firmenbasis stammt aus dem Handelsregister (Zefix, EHRA, via LINDAS), etwa jeder siebte Eintrag ist falsch eingeordnet, und Einzelfirmen fehlen. Es ist ein Schnappschuss eines Tages, nicht der ganze Markt.

Abbau und Mangel zur selben Zeit

Der Gesamtmarkt bewegt sich kaum. Der Swiss Job Market Index meldet für das dritte Quartal 0,8 Prozent mehr offene Stellen. Handwerkliche und technische Berufe liegen langfristig stark im Plus: 131 Prozent seit 2015/16, gegenüber 30 Prozent im Gesamtindex. Am stärksten zulegen konnten allerdings Bau- und Sanitärberufe, nicht die Zerspanung.

In Neuenburg sieht man den Widerspruch im Kleinen. Die den RAV gemeldeten offenen Stellen fielen im Juli auf 875, ein Minus von 39 Prozent. Im Oktober leitete Zenith in Le Locle eine Massenentlassung für rund die Hälfte der Manufaktur ein. Trotzdem stehen in unserer Sammlung 99 Neuenburger Inserate, 26 davon in der Uhrmacherei.

Was das für dich heisst

Suchst du eine Stelle, schau über dein Tal hinaus und auch auf die Instandhaltung: Wer Maschinen kennt, hat dort eine zweite Tür. Suchst du Personal, rechne mit Konkurrenz durch die Agenturen. Und lies jede Zahl hier als Hinweis, nicht als Beweis.

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