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Artikel · Wirtschaft vor Ort · 05.11.2026 · Das FULLCNC-Team

Nachfolge: Bis 2030 könnten 59'000 Übergaben scheitern, und der Maschinenpark ist dabei kein Detail

Fast 168'000 KMU stehen bis Ende 2030 vor einer Eigentumsübergabe, rund ein Drittel davon dürfte es laut einer Studie von UBS und HSG nicht schaffen. Für die Zerspanung gibt es keine eigene Zahl.

Das Durchschnittsalter der befragten Firmeninhaber liegt bei 58 Jahren. 78 Prozent haben ihr Unternehmen selbst gegründet und stehen damit erstmals vor einer Übergabe. Das steht in der Nachfolgestudie 2026 von UBS und dem Center for Family Business der Universität St. Gallen, für die im September 2025 401 KMU-Inhaber befragt wurden.

32 Prozent planen, ihr Eigentum innert fünf Jahren zu übertragen, knapp 11 Prozent schon innert zwei Jahren. Hochgerechnet sind das fast 168'000 Firmen bis Ende 2030. Rund 15 Prozent der Inhaber rechnen zudem damit, ihre Firma stillzulegen oder zu liquidieren.

Die Rechnung hinter den 59'000

Die Autoren schätzen, dass nur 65 Prozent der geplanten Übergaben gelingen. So kommen sie auf rund 59'000 gescheiterte Nachfolgen in fünf Jahren, fast 12'000 pro Jahr. Das ist ein Modell: Es nimmt an, dass nur Firmen mit höchstens einem Risikofaktor übergeben werden. Betroffen wären fast ausschliesslich Kleinstbetriebe mit weniger als zehn Beschäftigten.

Dun & Bradstreet kam im März 2025 mit anderer Methode auf 90'667 KMU mit offener Nachfolge, das sind 13,7 Prozent. Die beiden Zahlen messen nicht dasselbe. Die Grössenordnung bleibt aber: Es geht um Zehntausende Betriebe. Am stärksten betroffen ist laut D&B die Nordwestschweiz, gefolgt von der Ostschweiz und dem Espace Mittelland.

Was das für eine Werkstatt bedeutet

Eine Zahl für die Zerspanung haben wir nicht gefunden. Beide Studien decken alle Branchen ab. Drei Risikofaktoren passen aber auffallend gut zu einem Lohnfertiger.

76 Prozent der Inhaber sagen, der Erfolg hänge stark an ihrer Person. In einem kleinen Betrieb heisst das: Kunden, Offerten und das Wissen über heikle Teile sitzen in einem Kopf.

15 Prozent sehen erheblichen Investitions- oder Sanierungsbedarf. Bei einem Maschinenpark ist das schnell der Punkt, an dem ein Käufer abspringt. Die Studie sagt, dass solche Investitionen Nachfolger abschrecken können, besonders wenn der Verkäufer beim Preis nicht nachgibt.

14 Prozent beurteilen die Aussichten ihrer Branche als wenig vielversprechend.

Der blinde Fleck in unserer eigenen Basis

D&B zeigt, dass Einzelfirmen mit 19,3 Prozent am stärksten betroffen sind, vor Aktiengesellschaften mit 14,0 und GmbH mit 9,6 Prozent. Genau diese Rechtsform fehlt in unserer Firmenbasis: Bei unserer Auswertung des Handelsregisters haben wir 6'229 Einzelfirmen aussortiert und 7'472 Einträge behalten. Nicht alle aussortierten Firmen gehören zur Branche, unsere Basis ist keine amtliche Statistik, und etwa jeder siebte Eintrag ist falsch eingeordnet. Sicher ist nur: Die kleinen Werkstätten, um die es hier geht, sieht sie am schlechtesten.

Was das für dich heisst

Bist du über 55 und Inhaber, schreib auf, was nur du weisst und welche Maschine in fünf Jahren ersetzt werden muss. Kaufst du bei einem kleinen Lieferanten ein, frag nach seiner Nachfolge und halte eine zweite Quelle bereit. Arbeitest du dort, frag ebenfalls: Eine Übergabe braucht jemanden, der übernimmt.

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