Rieter: Ziele gesenkt, und der designierte Chef tritt nicht an
Nach neun Monaten wächst der Textilmaschinenbauer nur dank Barmag. Seit dem 4. November führt Georg Stausberg den Konzern.
Rieter hat am 28. Oktober die Zahlen für neun Monate vorgelegt. Der Bestellungseingang stieg um 70,1 Prozent auf 951,4 Millionen Franken, der Umsatz um 96,3 Prozent auf 898,6 Millionen.
Das Bild täuscht: Der Zuwachs stammt von Barmag, seit Februar Teil des Konzerns, mit 469,1 Millionen an Bestellungen. Organisch sanken die Bestellungen um 10,5 Prozent und der Umsatz um 2,1 Prozent.
Die Jahresziele sinken. Beim Umsatz erwartet Rieter das untere Ende der Spanne von 1,3 bis 1,5 Milliarden Franken, bei der operativen EBIT-Marge minus 2 bis 0 Prozent. Als Gründe nennt das Unternehmen Margendruck und eine langsamere Erholung in Europa, im Nahen Osten, in Afrika und in Amerika.
Eine Woche später folgte die zweite Nachricht: Der designierte CEO Daniel Lippuner tritt die Stelle nicht an. Laut Rieter stellte er zusätzliche Forderungen zu seiner Vergütung, die Differenzen waren nicht zu überbrücken. Georg Stausberg, bisher Chef von Barmag, führt den Konzern seit dem 4. November.
Lieferst du an den Textilmaschinenbau? Lass dich nicht von den plus 70 Prozent blenden. Massgebend ist die organische Zahl.